Chronik

Kurzchronik des Obst- und Gartenbauvereins Maisach
Gründungsjahr 1908

Aus den Gründerjahren des Vereins gibt es keine Unterlagen mehr.

Es ist aber in der Ortschronik des damaligen Pfarrers Schmidhammer geschrieben.

„Am Passionssonntag, dem 5. April 1908 gründete ich auf Anregung des Brauereibesitzers Sedlmayr und des Schlossermeister Resch Matthias in der Gaststube zur Brauerei, nachmittags um 4 Uhr, den Verschönerungsverein Maisach. Zuerst legte ich den Schaden und Nutzen eines solchen Vereins klar mit der Erklärung der Wichtigkeit der Reklame. 30 Mitglieder zeichneten sofort ein, dann verlas ich die Satzung. Dann wurde per Acclamation als 1. Vorstand Herr Sedlmayr, als 2. Vorstand Herr Resch, als Schriftführer Herr Inspektor Brucker, als Schafferer Herr Staudner, als Beisitzer Herr Bürgermeister Metzger und als letzter Beisitzer Herr Pfarrer Schmidhammer gewählt.
Vivat, floredt, crescat.“

Übersetzt: Es lebe, es blühe, es wachse.

Noch im Gründungsjahr 1908 wurden vom Verein der Fußweg von der Bahn zum Anwesen Hausnummer 1 (heute Rapp) und die Diepoltshofenerstraße bis zu den Badehütten bei der Mühle mit Bäumen bepflanzt.


Im Jahre 1912 wurde ein Zweigverein des Bezirksobstbauvereins gegründet, der aus 33 Mitgliedern bestand. Vorstand war Herr Kellner.

In den folgenden Jahren muss dann der Zusammenschluss der beiden Vereine erfolgt sein, da in der Folgezeit nur noch vom Obstbauverein die Rede ist.

Die ältesten Aufzeichnungen die in Vereinsbesitz sind, sind ein Kassenbüchlein, das ab 1917 geführt wurde und ein Protokollbuch, welches mit folgendem Eintrag beginnt:

„ 15. Jan. 1919 – Nach mehr als 4 jähriger Pause, die durch die Kriegsverhältnisse entstanden war, trat heute der Obstbauverein Maisach wieder zusammen um seine Tätigkeit mit frischen Kräften aufzunehmen.“

Nach dem Tod des Vorstandes Kellner wurde eine Neuwahl fällig.
1. Vorstand wurde Gärtnermeister Eberhard.

1920 veranstaltete der Verein im Saale der Bahnhofsrestauration eine Ausstellung vom Obst aus eigener Pflanzung. Die Züchter überließen das ausgestellte Obst dem Verein zur Verlosung. 996,35 Mark blieben dem Verein übrig. Daraufhin beschlossen die Mitglieder, dass in jedem Garten, gleich ob Mitglied oder nicht, eine Spritzung auf Kosten des Vereins durchgeführt wird.


Überhaupt spielte damals das Spritzen eine große Rolle.
So beschlossen 1921 bei einer Versammlung die anwesenden 14 Mitglieder eine Baumspritze für 788 Mark zu kaufen, obwohl in der Kasse das Geld gar nicht vorhanden war.
Am Jahresende hatte die Vereinskasse ein Minus von 370 Mark.
Der Mitgliedsbeitrag war 3 Mark. 1922 war der Beitrag 4 Mark.
Im Dez. wurde der Jahresbeitrag auf 20 Mark und ein einmaliger Beitrag von 10 Mark zur Entschuldung der Kasse festgesetzt.
1923 war Inflation.
1924 stellte der Kassier fest, dass die Kasse leer sei.
So gesehen, war die Entscheidung 1921 eine Spritze auf Pump zu kaufen richtig.

1925 hatte der Verein nur mehr 48 Mitglieder demgegenüber waren es 1921 noch 82 einschließlich der 12 aus Gernlinden.
Der Beitrag war wieder auf ein normales Maß von 2 Mark gesunken.

Zwischen 1926 und 1934 sind im Protokollbuch keine Eintragungen vorhanden. Das Mitglieder- und Kassenbuch wurde aber weiterhin sehr sorgfältig geführt. Daraus ist ersichtlich, dass der Verein aktiv war.

1935 wurde durch den Wegzug von Vorstand Eberhard wieder eine Neuwahl fällig.
Die Vereinsmitglieder wählten Herrn Benefiziaht Kirchberger zum 1. Vorstand.
In Maisach hatte der Benefiziaht wenig Zeit für den Obstbauverein.
Die meist Aktivität ging vom 2. Vorstand Max Hofmann aus.

1936 starb der Gründer des Vereins Pfarrer Matthias Schmidhammer.

Als 1937 wieder ein Vorstand gesucht wurde, war es eigentlich ganz logisch, dass Max Hoffmann zum 1. Vorstand gewählt wurde.

Das heißt gewählt wurde er gar nicht, sondern den damaligen Bestimmungen des „tausendjährigen Reiches“ gemäß, vom Ortsbauernführer, im Einvernehmen mit dem 1. Bürgermeister, bestimmt.

1938 wurde der Obstbaumbestand aufgenommen.
Es wurden gezählt:
In Maisach 1868 und in Gernlinden 1390 Apfelbäume.
Apfelspaliere 104 in Maisach und 41 in Gernlinden.
697 Birnbäume,
576 Zwetschgen- und Pflaumenbäume,
alles wurde genau registriert bis zu den Johannisbeeren oder Ribissel wie sie damals noch genannt wurden von denen es insgesamt 2087 gab.

Den Eintragungen aus jener Zeit war zu entnehmen, dass das Interesse für den Gartenbauverein nicht sehr groß war.
Bei einer Versammlung waren 8 Mitglieder anwesend ein anderes mal waren es 9.
Aber es ist verständlich die Leute hatten damals anders Sorgen, und der Krieg stand vor der Tür.

Trotz des Krieges bestand der Verein weiter, und es wurden regelmäßig Versammlungen abgehalten.
Die Besucherzahlen wurden allerdings nicht mehr mit Zahlen, sondern mit „mittel, flau oder schlecht“ festgehalten.

1941 wäre wieder eine Neuwahl fällig gewesen. Sie wurde zurückgestellt bis Kriegsende, ebenso 1943.
1944 und 1945 sind keine Eintragungen im Protokollbuch vorhanden, wahrscheinlich kam das Vereinsleben in den letzten Kriegsjahren zum Erliegen.

Im Mai 1946 war die erste Generalversammlung nach dem Krieg. Max Hofmann wurde wieder 1. Vorstand.
Mitglieder hatte der Verein 156.

Es ging wieder aufwärts mit dem Verein.
1949 waren 217 Mitglieder im Obst- und Gartenbauverein.

1951 feierte man das 40 jährige Gründungsfest verspätet mit einem Gartenfest, Blasmusik und einem Glückshafen.

Auch Ausflüge wurden in der damaligen Zeit durchgeführt.
Allerdings so komfortabel wie heute waren die Busse nicht. Bei einem Ausflug ins Altmühltal hatte man einen Bus dessen Dach undicht war, und es regnete in Strömen.

Bei allen Aufzeichnungen wurde immer streng getrennt zwischen Mitgliedern aus Maisach und Gernlinden.
Selbst bei Obstbaumzählungen.
Der Wunsch der Gernlindener, selbst einen Verein zu gründen war wohl schon lange da.
1955 war es so weit. Am 9. Jan. wurde in Gernlinden im Rahmen einer Versammlung des Gartenbauvereins vor über 100 Zuhörer darüber diskutiert – es wurde eine gemeinsame Basis gefunden.
Der Obst- und Gartenbauverein Gernlinden wurde aus der Taufe gehoben.

Die Maisacher überließen dem neuen Verein 32 Mitglieder und eine Rückenspritze.

Der Abgang an Mitgliedern machte sich natürlich bemerkbar.
116 Mitglieder waren 1956 nur mehr zu verzeichnen.

Bei der Neuwahl kam Max Hofmann wieder zum Zug.

Am 11. Okt. 1959 feierte der Verein das 50 jährige Gründungsfest.
Es war das größte Fest das der Obst- und Gartenbauverein bis dato gefeiert hat.
280 Gäste waren im Saal der Bahnhofswirtschaft.
Auch der Landrat Raadts war erschienen.
Eine große Obstschau und ein Glückshafen waren aufgebaut.
Die Blaskapelle spielte und viele Vereinsmitglieder wurden geehrt.

Das Vereinsleben ging mit Lehrfahrten, Vorträgen und jährlich einem Blumenschmuckwettbewerb weiter.

Im Febr. 1968 ging die Ära Hofmann zu Ende.
Fast 35 Jahre hat er den Verein geführt.

Zum neuen Vorstand wurde Anton Kral gewählt, Max Hofmann zum Ehrenverstand ernannt.


1969 beging man das 60 jährige Gründungsfest mit einer Jubiläumsversammlung.

In den darauf folgenden Jahren stiegen die Mitgliederzahlen.
Auch der Blumenschmuckwettbewerb erfreute sich wachsender Beliebtheit.

1973 verstarb mit Josef Skoff sen. das letzte Gründungsmitglied.

1975 wurde aus Platzgründen die Preisverteilung im Blumenschmuckwettbewerb im neu erbauten Bräustüberl durchgeführt. Es waren über 200 Gäste anwesend.

In jenen Jahren wurden auch vom Verein noch Sammelbestellungen von Torf durchgeführt. Wer damals dabei war –500 Ballen von Güterwaggon ausladen und anschließend bei den Mitgliedern verteilen –
der weiß wie schwer diese Arbeit war. Heute verzichtet der Verein auf solche Aktionen, zugunsten unserer Umwelt.

1978 verstarb Ehrenvorstand Max Hofmann.

1978 war erstmals in Landsberied ein Kreiserntedankfest.
Die Maisacher beteiligten sich schon damals mit einem Stand.
Diese Tradition wird von uns heute noch gepflegt.

Sehr erfolgreich waren auch unsere Mitglieder die sich beim Wettbewerb „der blühende Landkreis“ beteiligt haben.

1981 wurde der Obst- und Gartenbauverein Rottbach wieder zum Leben erweckt. Dieser Verein besteht seit 1856 und nachdem das Vereinsleben zum Erliegen kam traten in den 70er Jahren etliche Rottbacher den Maisacher Verein bei.
Jnnozenz Teufelhardt gelang es den Verein wieder zu aktivieren.


1983 kandidierte nach 15 jähriger Vorstandschaft Anton Karl nicht mehr. Manfred Huttenloher wurde zum 1. Vorstand gewählt.

Für sein Verdienst um den Verein wurde Herr Anton Kral zum Ehrenvorstand ernannt.

Auf Initiative des Vereins wurde im Jahre 1983 die Grünanlage am „Donhauser Eck“ geschaffen und seither auch von den Vereinsmitgliedern gepflegt.

Eins der wohl herausragensten Ereignisse der letzten 20 Jahren dürfte die Kreiserntedankfeier 1984 verbunden mit dem 75.jährigen Gründungsfest in der Dreifach-Turnhalle der Realschule Maisach gewesen sein.

Viel Arbeit war damals notwendig gewesen um aus einer Turnhalle einen festlichen Saal zumachen.

Vor allem der 1.Vorstand Manfred Huttenloher und der 2.Vorstand Peter Stettler waren unermüdlich bei der Sache, sogar Urlaubstage wurden zur Vorbereitung geopfert.

Allein schon der Gemeinschaftsstand der drei Gemeindegartenbauvereine Maisach, Rottbach, Gernlinden war sehenswert.
Jeder der die Feier damals besuchte wird sich noch an die Sonne erinnern, die aus hunderten von Tagetees gesteckt worden war.

Im Frühjahr 1985 erschien zum erstenmal ein Halbjahresprogramm, das sich bis heute in seinem Erscheinungsbild erhalten hat.

1986 wurde ein Häcksler angeschafft. Dieser erfreute sich in den ersten Jahren großer Beliebtheit.

1987 setzte sich der Verein das Ziel die Mitgliederzahl auf 300 zubringen. Eifrig wurde die Werbetrommel gerührt.
Es sind daraufhin 22 Mitglieder in diesem Jahr eingetreten.
Zur Jahreshauptversammlung im Frühjahr 1988 hatte der Verein somit 309 Mitglieder.


An 20.11.1988 wurde das 80 jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Aus Anlass zu diesem Jubiläum stiftete der Rottbacher Gartenbauverein eine Linde, diese wurde nach dem Gedenkgottesdienst, am Maisacher Bad gepflanzt.

1993 stiftete der Obst- und Gartenbauverein anlässlich seines 85jährigen Bestehens eine Bank am Radweg zwischen Frauenberg und Stefansberg.

Im April 1993 führte der Verein im Hof vom Gasthaus Schlammerl erstmals einen Staudentauschmarkt durch.

1994 wurde die Obststreuwiese in Überacker mit 40 Obstbäumen gepflanzt.
Im Laufe der letzten 20 Jahre wurden mehrere Pflanzungen im Gemeindebereich durchgeführt, z. B. Sportplatz Maisach, die Weilgrube, der Radweg zwischen Malching und Germerswang um nur einige wenige zunennen.

Die Planung und Organisation lag im wesentlichen beim Manfred Huttenloher und Peter Stettler.
Unser Dank gilt dabei auch unseren Mitgliedern die uns bei diesen Aktionen immer tatkräftig unterstützt haben.

1996 im Juli unternahm der Gartenbauverein eine 5tätige Flugreise nach England um die dortige Gartenkultur kennen zu lernen.

Im Jahr 1999 haben wir die 400 Mitgliedergrenze überschritten.

Seit dem Jahr 2000 findet jährlich im Frühjahr und im Herbst Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche statt.
So wurden z.B. einmal Vogelscheuchen gebastelt, ein anderes mal unternahmen wir z.B. eine Wanderung im Walderlebnispfad bei Puch.

Neben der Fortbildung der theoretischen und praktischen Fähigkeiten im Gartenbau z.B. Baumschnitt, Gartenpflegerseminare und floristische Kurse kam auch der gesellige Teil nicht zu kurz, so wurden schon immer, Ausflüge und Lehrfahrten unternommen.

Auch die Tradition und die kirchliche Feste werden im Verein gelebt. Es wird seit einigen Jahren z.B. der Erntedankaltar in der Maisacher Kirche vom Verein geschmückt.

Am 22. März 2003 verstarb plötzlich und viel zu früh unser 1. Vorstand Herr Manfred Huttenloher.

Daraufhin wurde am 10. Mai 2003 Frau Annemarie Schlammerl zur 1. Vorsitzenden gewählt.

Im Herbst des Jahre 2003 wurde Herr Peter Stettler für seine Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt.

Seit dem Jahr 2003 beteiligt sich der Verein auch bei dem Ferienprogramm der Gemeinde Maisach.